Siamesischer Kampffisch: Übersicht, Haltung & Tipps

Betta splendensDer Siamesische Kampffisch (Betta splendens) ist weltweit einer der bekanntesten Aquarium Fische. Beliebt ist er aufgrund seiner langen, prachtvollen Flossen, die in bunten Farben leuchten. Die Haltung des Kampffisches macht sowohl für Anfänger, als auch für erfahrene Aquarianer einen besonderen Reiz aus.

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über die über das richtige Aquarium, Wasserwerte, Fütterung und Vergesellschaftung von Kampffischen wissen musst.

Steckbrief: Betta splendens

wiss. Name:Betta splendens
Familie:Labyrinthfische
Herkunft:Thailand
Größe:5 – 7 cm
Labenserwartung:2 – 3 Jahre
Wassertemp.24 - 30°C
pH-Wert:6 - 8
Gesamthärte:5 - 15°

Warum der Name Kampffisch?

Kampffisch Kampf
Zwei Männliche Kampffische = Kampf
Smrithy Raj, CC BY-SA 4.0, Quelle

Siamesische Kampffische zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten. Revierkämpfe unter männlichen Kampffischen enden in Aquarien aufgrund fehlender Fluchtmöglichkeiten tödlich. Aufgrund der Aggressivität von Kampffischen werden in Thailand Tierkämpfe veranstaltet, bei denen immer zwei Männchen gegeneinander antreten. Der schwächere Fisch stirbt durch Erschöpfung oder Verletzungen.

Die zahlreichen Zuchtformen des Betta splendens sind weitaus aggressiver, als die Wildform. Siamesisches Kampffische greifen nicht nur ihre Artgenossen an. Kleinere Fische enden häufig als Zwischenmahlzeit. Fische mit langen Flossen wie z.B einige Guppys werden ebenfalls bekämpft und verjagt, weil sie für Artgenossen gehalten werden. Einige männliche Kampffische greifen sogar ihr eigenes Spiegelbild an, weil sie es für einen Konkurrenten halten.

Die Haltung des Siamesischen Kampffisches 

Beckengröße

Die Beckengröße für Kampffische ist ein umstrittenes Thema in der Aquaristik, weshalb es Sinn macht sich mit verschiedenen Meinungen auseinanderzusetzen. Dein Becken sollte für eine artgerechte Haltung ein Volumen von mindestens 25 Litern haben. Die Beckenhöhe sollte die 40 cm nicht überschreiten. Kampffische besetzen ein Revier und schwimmen dieses regelmäßig ab. Ein Revier sollte eine Größe von maximal 50 Litern haben. Ist das Revier zu groß können sie dieses nicht mehr vollständig Überblicken und fühlen sich unwohl.

Hält man Kampffische in Becken mit mehr als 50 Litern, sollten klare Revierabgrenzungen in Form von hochwachsenden Pflanzen, Wurzeln und Steinen vorhanden sein, damit sich der Kampffisch ein Revier aussuchen kann, dass er auch vollständig abschwimmen kann.

Einrichtung und Bepflanzung

Bettas mögen “verkrautete” Becken mit einer dichten Bepflanzung und genügend Versteckmöglichkeiten. Der Boden sollte aus dunklem, feinkörnigen Kies bestehen. Da Kafis ursprünglich aus strömungsarmen Gewässern kommen und auf Strömungen gestresst reagieren, sollte eine zu starke Bewegung im Wasser vermieden werden, indem man den Ausströmer des Filters drosselt oder gegen die Wand richtet.

Siamesischer Kampffisch Haltung
Kampffisch Aquarium Einrichtungsbeispiel

Die Wasseroberfläche des Aquariums sollte zum Teil mit Schwimmpflanzen bedeckt sein, da der Betta einige abgedunkelte Stellen benötigt. Es darf allerdings nie die ganze Wasseroberfläche bedeckt sein, da der Kampffisch mithilfe seines Labyrinthorgans zusätzlich atmosphärischen Sauerstoff an der Wasseroberfläche atmet. Eine feste Abdeckung ist empfehlenswert, da Siamesische Kampffische recht gute Springer sind und ohne Abdeckung auch gerne mal auf dem Fußboden landen.

  • Beckengröße: ab 25 Liter
  • Bepflanzung: verkrautet, einige Schwimmpflanzen
  • Bodengrund: dunkler, feinkörniger Kies
  • sonstiges: feste Abdeckung, keine / geringe Strömung

Einzel-, Paar-, oder Gruppenhaltung?

Aufgrund des ausgeprägten Revierverhaltens von Kampffischen ist von einer Paar-, oder Gruppenhaltung abzuraten. Kampffische sind Einzelgänger. Viele Anfänger denken, dass sich ihr Kampffisch alleine einsam fühlt und begehen den Fehler einen weiteren einzusetzen. Ganz einfach gesagt: Siamesische Kampffische fühlen sich alleine am wohlsten.

Nur zur Paarungszeit dulden Kampffischmännchen weibliche Artgenossen. Außerhalb der Paarungszeit werden die Weibchen vertrieben. Die Haltung mehrerer Männchen in einem Becken ist ausgeschlossen und endet meist tödlich. Die Haremshaltung ist erfahrenen Aquarianern vorbehalten, da das Becken gut strukturiert sein muss und klare Reviergrenzen erkennbar sein müssen.

Die idealen Wasserwerte

Der Kampffisch ist im Bezug auf seine Ansprüche an die Wasserwerte ein weniger anspruchsvoller Bewohner. Er bevorzugt warmes, weiches und klares Wasser. Der Betta kommt mit sehr warmen und sauerstoffarmen Wasser aus, da ihm sein Labyrinthorgan ermöglicht atmosphärischen Sauerstoff an der Wasseroberfläche aufzunehmen.

  • Temperatur: 24 – 30 °C
  • pH-Wert: 6 – 7,5
  • Gesamthärte: 5 – 15 °dGH
  • Karbonathärte: unter 4 °

Artgerechte Fütterung

Kampffische sind reine Fleischfresser. Normales Zierfisch Flockenfutter hat einen recht hohen Anteil an pflanzlichen Inhaltsstoffen, die den Betta krank machen können. Man sollte Kampffische so abwechslungsreich wie möglich füttern. Als Hauptfutter eignet sich fleischhaltiges Trockenfutter, speziell für Kampffische wie z.B. das “Tetra Betta”. Ebenfalls empfehlenswert sind Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia oder Wasserflöhe. Achte darauf, dass keine Futterreste auf dem Boden landen, um eine Belastung des Wassers zu vermeiden. Pro Fisch reichen 4-6 Mückenlarven am Tag völlig aus. Bei der Fütterung gilt: regelmäßig, aber dafür in kleinen Mengen.

Vergesellschaftung

Die Einzelhaltung ist am wenigsten stressig für den Betta. Bei der Vergsellschaftung von Kampffischen gibt es einige No-Gos. Im Prinzip ist jede Art von Beibesatz ein Stressfaktor für den Kampffisch. Will man ihn dennoch im Gesellschaftsbecken halten, müssen folgende Regeln dringend beachtet werden.

Regeln zur Vergesellschaftung

  1. Die Beifische dürfen nicht zu hektisch sein, da der Kampffisch dadurch gestresst wird.
  2. Außerdem ist die Haltung von sehr kleinen Fischen  problematisch, weil diese teilweise als Beute angesehen werden.
  3. Aufgrund der sehr langen Flossen des Kafis sollte die Vergesellschaftung mit flossenzupfenden Fischen vermieden werden.
  4. andere revierbildende Arten (z.B. Barscharten) können zu Auseinandersetzungen führen
  5. Nicht zuletzt sollten die mit dem Betta vergesellschafteten Fische keine langen Flossen haben, da diese teilweise als Konkurrenten angesehen und somit gewaltsam vertrieben werden.

Einige mögliche Arten zur Vergesellschaftung

  • friedliche Labyrinthfische: z.B. Fadenfische
  • Welsarten: z.B. Harnsich-, Panzer- oder Antennenwelse
  • Schnecken: z.B. Apfelschnecken
  • größere Garnelenarten: z.B. Amanos

Fortpflanzung

Siamesischer Kampffisch Zucht & Vermehrung
Paarung unter dem Schaumnest
ZooFari, CC BY-SA 3.0, Quelle

Siamesische Kampffische gehören zu den schaumnestbauenden Arten. Vor der Paarung baut das Kampffisch Männchen ein Schaumnest aus vielen aneinadergehefteten Luftblasen, welches er an Schwimmpflanzen oder hochwachsenden Pflanzen befestigt. Anschließend lockt das Männchen das Weibchen zum Nest. Dort kommt es zur Paarung, wobei das Männchen das auf den Rücken gedrehte Weibchen umschlingt. Männchen und Weibchen geben gleichzeitig Eier und Spermien ab. Die 50 bis 300 befruchteten Eier fallen auf den Körper des Weibchen und auf den Boden. Nach der Paarung sammelt das Männchen die Eier auf und bringt sie zum Schaumnest. Das Weibchen wird nach der Paarung vom Nest vertrieben.

In der Aquaristik geschieht die Paarung am besten in einem Zuchtbecken, in dem sich nur das Männchen und Weibchen befinden. Das Weibchen muss sofort nach der Paarung aus dem Becken genommen werden, das Weibchen kann noch sollte 3 – 4 Tage nach der Paarung entnommen werden. Die Zucht von Kampffischen macht nur Sinn, wenn man bereits im vorhinein Abnehmer für die bis zu 300 Jungfische hat.

Weitere Informationen zur Kampffisch Zucht findest du hier.

Die bekanntesten Kampffisch Zuchtformen

Der Betta splendens ist neben dem Guppy einer der am häufigsten gezüchteten Zierfische der Welt. Die Wildform des Bettas hat hat ganz im Gegenteil zu den aus dem Aquarium bekannten Zuchtformen eher kurze Flossen und ist dunkel und gleichmäßig gefärbt.

Siamesischer Kampffisch Crowntail
Zuchtform: Crowntail orange

Flossenformen

  • long tail: lange, schleierartige Flossen
  • short tail / Plakat: kurze Flossen; Männchen ähnelt Weibchen sehr stark
  • Crowntail : die Flossen sind “ausgefranzt”. Stellt der Kampffisch seine Flossen auf, ähneln sie den Zacken einer Krone
  • Halfmoon : Die Flossen können mit einem Winkel von 180 Grad aufgestellt werden und ähneln einem Halbmond
  • double tail: in zwei geteilte Schwanzflosse

Es gibt auch Mischungen verschiedener Zuchtformen, wie z.B. ein Plakat Halfmoon, der kurze, runde Flossen hat

Siamesischer Kampffisch Halfmoon
Zuchtform: Halfmoon Multicolor

häufige Farbschläge

  • rot
  • türkis
  • marble: marmoriert, haben Flecken
  • dragon: metallischer Glanz
  • multicolor: Kombination mehrerer Farben

 

Zusammenfassung

wiss. Name: Betta splendens
Familie: Labyrinthfische
Herkunft: Thailand, Kambodscha
Größe: 5 – 7 cm
Lebens-erwartung: 2 – 3 Jahre
Geschlechts-unterschiede:Männchen sind stärker gefärbt und haben längere Flossen
Vergesellschaftung:ruhige Fische, keine flossenzupfenden Arten
Sozialverhalten: Einzelhaltung
Fortpflanzung: Schaumnestbauer
Wasser-temperatur: 24 - 30°C
pH-Wert: 6 - 8
Gesamthärte: 5 - 15°
Karbonathärte:unter 4 °
min. Beckengröße: 25 Liter

Quellen

http://www.zierfischverzeichnis.de/

https://de.wikipedia.org/

Quellenangaben für Bilder:

Betta splendens oben: 4361694 – Pixabay.com

Kampffisch groß: chemmie1976 – Pixabay.com

Crowntail: ivabalk – Pixabay.com

Halfmoon: ivabalk – Pixabay.com

 

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