Fischkrankheiten im Überblick

Fischkrankheiten sind ein unschönes, aber dennoch sehr wichtiges Thema. Es tut im Herzen weh, wenn wir unseren kleinen Freunden beim Leiden zusehen müssen. Umso wichtiger ist es also sofort zu handeln und die Krankheit möglichst effektiv zu bekämpfen. Da ein Tierarztbesuch kostspielig ist, lohnt sich dieser in vielen Fällen nicht. Glücklicherweise gibt es für fast jede Krankheit Medikamente und Behandlungsmethoden, mit denen du deine Fische auch privat behandeln kannst.

Fischtuberkulose 

Fischtuberkulose | jbl.de

Die Fischtuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Man geht davon aus, dass Tuberkulose die häufigste bakterielle Erkrankung bei Fischen ist. Aufgrund der Vielzahl an Symptomen ist die Fischtuberkulose sehr schwierig zu diagnostizieren.

Symptome

  • Fressunlust führt zur Abmagerung
  • Geschwürbildungen
  • Wunden und Schädigungen an Schuppen und Haut
  • Augenentzündungen bis hin zum Augenverlust
  • blasse Farbe
  • Verkrüppelungen des Skeletts
  • Zysten in inneren Organen v.a. in Leber und Nieren
  • Fische werden träge, sondern sich ab und zeigen ein verändertes Schwimmverhalten

Ursachen

Tuberkulose wird durch Mykrobakterien ausgelöst, die meist durch Neuzugänge im Aquarium eingeschleppt werden. Mykrobakterien befinden sich in sehr vielen Aquarien, ohne dass die Krankheit ausbricht. Normalerweise können die Bakterien durch die Schleimhaut und das Immunsystem abgewehrt werden. Ist das Immunsystem jedoch durch durch Stress oder falsche Haltungsbedingungen oder Verletzungen geschwächt, kann die Krankheit ausbrechen. Um unerwünschte Bakterien im Becken zu vermeiden, sollte man einen Neuzugang für 3 bis 4 Wochen in einem Quarantänebecken halten, Stress vermeiden und die Haltungsbedingungen einhalten.

Behandlung

Ist die Fischtuberkulose erst einmal ausgebrochen, kann schnell der gesamte Besatz daran erkranken. Leider gibt es keine wirklich erfolgsversprechende Behandlungsmethode. Es wird von der Heilung durch Antibiotica und andere antibakterielle Medikamente wie dem JBL Ectol Bac Plus berichtet. Die Tiere, die Symptome aufzeigen, sollten in jedem Fall in ein separates Becken gesetzt werden, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Achtung: Bei Verdacht auf Fischtuberkulose immer Handschuhe benutzen, da sich auch Menschen anstecken können.

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Weißpünktchenkrankheit

Weißpünkchenkrankheit | jbl.de

Die Weißpünktchenkrankheit lässt sich recht leicht diagnostizieren. Wie der Name schon verrät, erkennt man sie an den weißen Pünktchen auf der Haut, die sich im Verlauf der Krankheit immer weiter ausbreiten.

Diagnose

  • weiße Pünktchen auf dem Körper
  • entzündete, verschleimte und gereizte Haut
  • ständiges Scheuern
  • soziale Isolierung
  • Fressunlust

Ursache

Bei der Weißpünktchenkrankheit handelt es sich um Parasiten, die sich in der Haut der Fischen leben und sich von ihr ernähren. Die Parasiten können durch Neuzugang eingeschleppt werden. Sie können sich auf fast alle Aquarienbewohner ausbreiten. Geschwächte Tiere sind deutlich anfälliger.

Behandlung

Eine Methode ist die “Umsetzungsmethode”, bei der die befallenen Fische alle 12 bis 24 Stunden in ein separates Becken mit komplett frischem Wasser gesetzt werden. Auf diese Weise lassen sie bei jedem Umsetzen einige Parasiten zurück, bis das Immunsystem die restlichen Bakterien von alleine bekämpfen kann. Außerdem kann die Weißpünktchenkrankheit mit Medikamenten, wie z.B. JBL Punktol, behandelt werden. Desweiteren hilf die Zugabe geringer Mengen Kochsalz, um die Schleimbildung anzuregen.

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Flossenfäule

Fischkrankheit: Flossenfäule
Flossenfäule | jbl.de

Die Flossenfäule ist eine bakterielle Erkrankung. Man erkennt sie schnell an den ausgefranzten, weißlichen Flossen. Diese Krankheit kann bei fast allen Zierfischarten auftreten.

Diagnose

  • ausgefranzten Flossen
  • weiße Flossen
  • Löcher in den Flossen
  • Flossenbasis ist rot entzündet
  • apathisches Verhalten
  • Fressunlust
  • Fische scheuern sich

Ursache

Die Flossenfäule wird durch Bakterien verursacht. Diese Bakterien leben in jedem Aquarium und können normalerweise vom Immunsystem abgewehrt werden. Ist ein Fisch gestresst oder mangelernährt, ist das Immunsystem geschwächt und die Krankheit kann ausbrechen. Typische Stressfaktoren sind zu hoher oder falscher Besatz, schlechte Wasserqualität oder die falsche Wassertemperatur.

Behandlung

Im ersten Schritt der Behandlung sollte man Stressfaktoren beseitigen und sicherstellen, dass die Haltungsbedingungen artgerecht sind. Sind alle Stressfaktoren beseitigt, kann man mit der medikamentösen Behandlung (z.B. mit JBL Ektol Bac Pond) beginnen. Hält man die Vorgaben auf der Anleitung des Medikaments ein, sollte die Krankheit innerhalb weniger Wochen Geschichte sein. Damit die Flossenfäule nicht wieder ausbricht, müssen auch langfristig alle Haltungsvorschriften eingehalten werden. Wenn die Basis der Flosse noch nicht beschädigt ist, kann es gut sein, dass die Flosse nachwächst.

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Parasitenbefall

Ektoparasit: Ankerwum | jbl.de

Man unterscheidet zwischen Endo- und Ektoparasiten. Ektoparasiten befinden sich an der Oberfläche der Fische an Augen, Haut oder Flossen und können oft mit dem bloßen Auge erkannt werden. Endoparasiten leben im Fisch und befallen unter anderem Organe.

Hinweise auf Parasitenbefall

  • scheuern der Haut
  • apathisches Verhalten
  • blasse Farbe, Hauttrübungen
  • Schädigungen der Haut
  • Fressunlust
  • weniger Aktivität

häufige Parasiten im Aquarium

  • Darm- und Hautflagellaten
  • Bandwürmer
  • Kiemenwürmer und -krebse
  • Ankerwürmer
  • Fadenwürmer

Ursache von Parasitenbefall

Normalerweise werden nur geschwächte oder verletzte Tiere von Parasiten befallen. Ein Grund für eine Anfälligkeit gegenüber Parasiten können schlechte Haltungsbedingungen und dadurch ausgelöster Stress sein. Außerdem können Parasiten durch Wunden, die z.B bei Kämpfen entstehen, eindringen. Sobald Parasiten einen Wirt befallen haben, vermehren sie sich stark und schwächen diesen. Durch die starke Vermehrung des Parasiten können dann auch gesunde Fische erkranken.

Behandlung von Parasiten

Es gibt Medikamente gegen die verschiedenen Arten von Parasiten. Erkennt man die Parasiten früh genug, ist die Erfolgschance hoch. Der befallene Fisch sollte in ein separates Becken gesetzt werden, um die weitere Ausbreitung zu verhindern und um den Fisch vor Bakterien und Keimen zu schützen.


Lochkrankheit / Darmflaggelaten

Lochkrankheit beim Diskus | jbl.de

Die Lochkrankheit (auch: Hexamita) tritt bei Buntbarscharten, wie z.B. dem Skalar oder Diskus, auf. Im Anfangsstadium bilden sich weiße Pünktchen, aus denen weißes Gewebe austritt. Im späteren Verlauf der Krankheit entstehen die namensgebenden Löcher in der Kopfregion. Die Lochkrankheit ist ansteckend und kann auf andere Buntbarscharten übertragen werden.

Diagnose

  • kraterartige Vertiefungen in der Fischhaut in der Kopfregion
  • Fische werden blass und dunkel
  • weiße Pünktchen am Körper aus denen weißes Gewebe austritt
  • schleimig-weißlicher Kot
  • apathisches, zurückgezogenes Verhalten
  • Fressunlust

Ursache

Für die Lochkrankheiten sind Parasiten im Darm verantwortlich. Diese so genannten Darmflagellaten sorgen für Schäden im Verdauungstrakt. Der erkrankte Fisch hat weniger Appetit und nimmt weniger Nahrung zu sich, wodurch es zu Mangelerscheinungen kommt. Aufgrund des Mangels an Nährstoffen wirft der Fisch Gewebe und Knorpel ab, wodurch die charakteristischen Löcher entstehen. Die Lochkrankheit wird zusätzlich durch eine falsche bzw. nicht ausreichende Ernährung begünstigt.

Behandlung

Es gibt wirkungsvolle Medikamente gegen die Lochkrankheit (hier auf Amazon kaufen). Neben der medikamentösen Behandlung sollte man auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung achten. In der Regel lässt sich die Lochkrankheit innerhalb weniger Wochen vollständig bekämpfen.

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Pilzinfektion

Fischkrankheit: Verpilzung
Pilzbefall | jbl.de

Eine unschöne Erkrankung, die man selbst recht gut erkennen und diagnostizieren kann. Behandelt man eine Pilzinfektion nicht rechtzeitig, können Organe und Muskulatur des Fisches beschädigt werden und das befallene Tier verstirbt.

Symptome

  • weiße, bräunlich oder grüne Fäden stehen von der Haut ab
  • eine Art Pflaum bildet sich
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Bewegungsstörungen und Schwäche

Ursache

Pilze sind in jedem Aquarium vorzufinden und tragen in der Regel dazu bei totes Material abzubauen. Eine Pilzinfektion bei Fischen ist meist eine Folgekrankheit. Eine gesunde Schleimhaut kann die Sporen der Pilze abwehren, sodass dieser an keiner Stelle des Fisches wachsen kann. Ist die Schleimhaut aber beschädigt, hat der Fisch offene Wunden, treten andere Schädigungen der Fischhaut oder Flossen auf oder ist das Immunsystem geschwächt, kann der Pilz eindringen und sich dort ansiedeln, was zu schwerwiegenden Schäden führt.

Behandlung

Um Pilzinfektionen zu bekämpfen, muss man zu allererst die primären Ursachen bekämpfen. Da die Verpilzung eine Folgerkrankung (auch: Sekundärinfektion) ist, muss die primäre Krankheit oder Verletzung behandelt werden. Beim Kampf gegen Pilze hilft die Erhöhung der Wassertemperatur auf das noch verträgliche Maximum. Desweiteren hilft die Zugabe von etwas Kochsalz, um die Schleimbildung anzuregen (mehr Informationen). Es gibt außerdem wirkungsvolle Medikamente (kaufen auf Amazon*), die bei der Behandlung von Pilzbefall helfen.


Bauchwassersucht

Fischkrankheit: Bauchwassersucht
Bauchwassersucht | jbl.de

Symptome

  • Bauch stark aufgebläht (Hauptmerkmal!)
  • Die Schuppen stehen ab
  • Schädigungen und Entzündungen der Haut
  • Geschwüre
  • Glotzaugen, Augenschädigungen
  • Entzündungen am After

Ursache

Die Bauchwassersucht tritt als Folgeerkrankung anderer schweren Krankheiten auf. Die genaue Ursache der Bauchwassersucht ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind. Es gibt viele Ursachen, die zu einem aufgeblähtem Bauch führen, weshalb es schnell zur Verwechslung mit anderen Krankheiten kommen kann. Die infektiöse Bauchwassersucht tritt in der Regel nur bei verletzten oder geschwächten Fischen auf. Gesunde Fische können die Bakterien in der Regel abwehren. Die infektiöse Bauchwassersucht kann durch falsche Haltungsbedingungen ausbrechen.

Behandlung

Die Behandlung der Bauchwassersucht gelingt in der Regel nur im Anfangsstadium. Es gibt Medikamente, die im frühen Stadium erfolgreich eingesetzt werden können. Auch die Zugabe von geringen Mengen Kochsalz kann bei der Behandlung helfen (mehr Informationen). Ein Fisch mit den typischen Symptomen sollte unbedingt von den anderen Fischen ferngehalten werden und in ein Quarantänebecken gesetzt werden. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, stecken sich aufgrund der hohen Menge an Bakterien im Wasser auch gesunde Fische an.

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Glotzaugen

Zierfisch Krankheit: Glotzaugen
Glotzaugen | jbl.de

Symptome

  • hervorstehendes Auge auf einer oder zwei Seiten
  • getrübtes Auge

Ursache

Glotzaugen entstehen durch Entzündungen im Auge, durch die ein Druck oder kleine Bläschen im inneren entsteht, welche das Auge nach außen drücken. Glotzaugen sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom anderer Krankheiten. Sie treten bei verschiedenen Viren, sowie bakteriellen und parasitären Krankheiten wie Tuberkulose oder Bauchwassersucht auf. Die Glotzaugen treten auch als Folge von schlechter Wasserqualität auf. Vor allem eine erhöhte Menge CO2 kann Glotzaugen hervorrufen. Tritt die Krankheit bei vielen Fischen gleichzeitig auf, ist dies ein Zeichen für eine schlechte Wasserqualität.

Behandlung

Die betroffenen Fische sollten auf weitere Symptome überprüft werden, um die eigentliche Krankheit herauszufinden. Das betroffene Tier sollte sofort in ein Quarantänebecken getan werden, damit sich eine mögliche bakterielle Krankheit nicht weiter ausbreiten kann. Auch die Wasserqualität und vor allem der CO2-Wert sollte überprüft werden. Für die Behandlung der eigentlichen Krankheiten, wie z.B. der Tuberkulose oder der Bauchwassersucht gibt es Medikamente.

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Schwimmblasenprobleme

Symptome

  • Rötungen im Bereich der Schwimmblase
  • Fisch sinkt zum Boden oder steigt zur Wasseroberfläche
  • hektische Schwimmbewegungen
  • Überkopfschwimmen
  • Gleichgewichtsstörungen

Ursache

Mit der Schwimmblase können Fische ihre Auf- bzw. Abtriebskraft steuern. Durch den Druck und das Volumen in der Schwimmblase und die Bewegung der Flossen kann der Fisch gezielt auf- oder absteigen und ohne Anstrengung auf einer Höhe “schweben”. Ist die Schwimmblase geplatzt oder gerissen, kann der Fisch nicht mehr auf einer Höhe bleiben ohne  die Flossen zu bewegen.

Behandlung

Da der erkrankte Fisch viel Energie verwenden muss nicht auf- oder abzusteigen, sollte er in ein separates Becken mit niedrigem Wasserstand gesetzt werden.

Ist die Behandlung erfolglos, muss man einen letzten, unschönen Schritt gehen, nämlich die Tötung des Fisches, um ihn vor einem qualvollen Tod zu bewahren.


Falls keine der beschriebenen Krankheitsbilder auf deine Fische zutrifft empfehle ich dir diesen Fischkrankheiten Test.

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