Guppy Poecilia reticulata

Bezeichnungen

Namen und Synonyme
Deutscher Name
Guppy
Wissenschaftlicher Name
Poecilia reticulata
Synonyme
Millionenfisch

Systematik

Einteilung in Gruppen
Klasse
Fische (Pisces)
Ordnung
Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Familie
Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
Alle Lebendgebärende Zahnkarpfen anzeigen

Merkmale

Besonderheiten dieser Art
Größe
5cm
Lebenserwartung
Bis zu 4 Jahre
Geschlechtsunterschiede
Männchen sind farbenprächtiger und haben längere Flossen
Herkunft
Südamerika, Brasilien (nördlich des Amazonas), Venezuela, Guyana, Trinidad und Barbados
Nachzucht
Lebendgebärend

Haltung

Infos zur Haltung im Aquarium
Futter
Allesfresser, Lebend- und Trockenfutter
Beckengröße
Breite ab 60cm / Volumen ab 54l
Beckenbereich
oben
Sozialverhalten
Gruppenhaltung (ab 5 Tiere)

Wasserwerte

Die wichtisten Wasserwerte
Wassertemperatur
20 - 30 °C
pH-Wert
6 - 8.5
Gesamthärte
5 - 30 °dGH

Der Guppy (lat. Poecilia reticulata), auch als Millionenfisch bekannt, ist der wohl bekannteste und verbreitetste Aquarienfisch überhaupt. Guppys sind durch bunte Farben und ihre prächtigen Schwanzflossen optisch sehr ansprechend. Diese pflegeleichten und gleichzeitig schönen Tiere sind sowohl bei Aquarium Anfängern, als auch bei Fortgeschrittenen beliebt.

Herkunft & Verbreitung

Ursprünglich stammen Guppys aus dem nördlichen Teil Südamerikas, sowie Süßwassergewässern einiger karibischer Inseln. Entdeckt wurde der Fisch erstmals von Robert John Lechmere Guppy, wodurch auch der Name entstanden ist. Zu den natürlichen Herkunftsländern zählen Brasilien, Venezuela und franz. Guayana.

Unter anderem durch Aquarianer, die ihre Fische aussetzten, sind Guppys heutzutage in tropischen und subtropischen Gewässern auf der ganzen Welt als Neozoon anzutreffen. Durch ihre robuste Art und eine sehr hohe Vermehrungsrate können sie in vielen warmen Gewässern dieser Welt überleben.

Auch in Deutschland sind Guppys in freier Wildbahn anzutreffen. Sie können allerdings nur in der Nähe von Thermalquellen, wie Ausläufen von Kühlwasser, überleben.

Guppy Haltung

Guppys gehören zu den verbreitetsten Aquarienfischen weltweit. Die einfache Pflege trägt einen großen Teil zu ihrer Beliebtheit bei. Guppys mögen Gesellschaft von Artgenossen und können in Gruppen ab 5 Tieren gehalten werden.

Fütterung

Guppys sind Allesfresser. In der Natur ernähren sie sich sowohl von jungen Algen und Pflanzen als auch von kleinen Tieren wie Jungfischen, Insekten & Schnecken.

Als Hauptfutter genügt Guppys Trockenfutter. Trockenfutter in Flocken- oder Granulatform enthält einen guten Mix aus Nährstoffen. Lebendfutter kommt der natürlichen Ernährungsweise zwar am nächsten, ist aber auch deutlich teurer und aufwendiger in der Anschaffung. Ab und zu kann man mit etwas Frostfutter (z.B. Mückenlarven) für Abwechslung sorgen.

Da Guppys ihr Futter sehr schnell verdauen, sollten sie häufig, aber dafür in kleinen Mengen gefüttert werden. Wenn die Fütterung ab und zu für einen Tag ausfällt, ist dies nicht weiter schlimm. Erwachsene Guppys kommen problemlos einige Tage ohne Futter aus.

Wie immer ist bei der Fütterung darauf zu achten, dass das gesamte Futter gefressen wird und so wenig Futter wie möglich auf dem Boden landet. Futterreste sorgen für eine starke Belastung des Wassers.

Wasserwerte

Guppys können in fast allen Gewässern überleben. Sogar in stark verschmutzten Gewässern und Brackwasser kommen Guppys in der Natur vor. Guppys sind in Sachen Wasserwerte zwar sehr robust, reagieren auf starke Schwankungen der Wasserwerte aber sehr empfindlich.

Es ist also darauf zu achten, dass die Fische beim Züchter / Händler in Wasser von ähnlicher Qualität gehalten werden.

Geschlechterverhältnis

Wenn man sich Guppys anschafft, sollte man sich der enormen Fortpflanzungsrate bewusst sein. Ein Weibchen kann in einem Monat bis zu 100 Jungfische gebären. Auch wenn sich das erst einmal toll anhört, kann der Nachwuchs schnell Überhand nehmen.

Wenn du niemanden kennst, der deine Nachkommen abnimmt, solltest du über eine geschlechtliche Trennung nachdenken. Viele Anfänger haben das Problem, dass sie zu viel Nachwuchs haben und finden keine Lösung Tiere loszuwerden.

Das perfekte Guppy Aquarium

Beckengröße

Guppys sollten in Aquarien ab einer Breite von 60 cm und einem Volumen von 54 Litern gehalten werden. Von der Haltung in Nano Aquarien raten wir in jedem Fall ab.

Bepflanzung

Guppys brauchen nicht unbedingt Pflanzen im Aquarium. Dennoch hat die Bepflanzung des Beckens viele Vorteile. Guppys knabbern gerne den Aufwuchs und die Algen auf Blättern und Pflanzen ab. Außerdem ist die Überlebenschance von Jungfischen in unbepflanzten Aquarien sehr niedrig. Ein weiterer Vorteil von Wasserpflanzen ist die Optik. Denn, wenn wir ganz ehrlich sind, ist ein unbepflanztes Aquarium einfach nicht so schön wie ein bepflanztes.

Junge Guppys haben die besten Überlebenschancen, wenn das Aquarium dicht bepflanzt und mit einigen Schwimmpflanzen bestückt ist. Auch erwachsene Guppys streifen gerne zwischen den Pflanzen hindurch. Besonders Weibchen wissen eine dichte Bepflanzung zu schätzen, da sie sich vor Männchen verstecken können, die ihnen während der Paarungszeit nachstellen. Im Guppy-Aquarium muss immer noch genug freier Schwimmraum vorhanden sein und es sollte nicht komplett zugewuchert sein.

Einrichtung

Bei der Einrichtung des Aquariums kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Bodengrund und Dekoration können frei gewählt werden. Wie immer raten wir jedoch von kitschiger Einrichtung, wie buntem Kies oder blubbernden Schatzkisten, ab und empfehlen sich stattdessen sich an der Natur zu orientieren.

Vergesellschaftung von Guppys

Guppys sind friedliche, aber dennoch lebhafte Fische. Sie sind wie gemacht für kleinere und mittlere Gesellschaftsbecken. Dennoch gibt es Fische, die sich besonders gut zur Vergesellschaftung eignen und andere, die sich weniger gut eignen.

Geeignete Arten zur Vergesellschaftung

  • andere lebendgebärende Zahnkarpfen (Mollys, Schwertträger, Platys)
  • Welse
  • größere Garnelen (Baby-Garnelen werden von Guppys gefressen)
  • Zwergfadenfische (auf dichte Bepflanzung und genügend Rückzugsmöglichkeiten achten)
  • Schmerlen
  • Regenbogenfische
  • Salmler

Guppy Zucht & Vermehrung

Ablauf der Fortpflanzung

  1. Das kleinere Männchen umwirbt das Weibchen
  2. Mit seinem aus der Afterflosse gebildeten Gonopodium gibt das Männchen seine Spermien in den Eileiter des Weibchens ab.
  3. Die Jungfische reifen im Leib der Mutter heran (Tragzeit: ca. 26 - 31 Tage)
  4. Nach Tragzeit gebärt das Guppyweibchen i.d.R. zwischen 10 und 20, in einigen Fällen auch bis zu 100 Junge

Besonderheiten der Fortpflanzung von Guppys

Guppys sind lebendgebärend. Das heißt, dass sie nicht ablaichen, sondern stattdessen voll entwickelte Jungfische gebären. Oft wird angenommen, dass Guppys keine Eier produzieren. Dies ist jedoch grundlegend falsch. Bei Lebendgebärenden Zahnkarpfen reifen die Eier im Körper des Weibchens. Die voll-entwickelten Jungfische schlüpfen dort und gelangen über einen Gebärkanal ins Wasser.

Eine weitere Besonderheit von Guppys ist, dass Guppy Weibchen Spermien speichern können. Sie können also durch nur eine Spermienübertragung mehrmals schwanger werden.

Schon mit 4 - 6 Wochen sind Guppy Weibchen geschlechtsreif. Ein Guppy Weibchen kann in seinem Leben über 1000 Jungfische zur Welt bringen.

Schwangerschaft erkennen

Ein schwangeres Guppy Weibchen erkennt man an mehreren Merkmalen. Zum einen erkennt man die Schwangerschaft an einem dunklen Punkt am Bauch, dem Trächtigkeitsfleck. Wie auch beim Menschen, wird der Bauch des Guppys dicker und kastenförmig. Man kann die Wehen eines schwangeren Fischs an sich immer wieder wiederholenden Muskelkontraktionen erkennen. In einigen Fällen reiben sich trächtige Guppys an Gegenständen im Aquarium, zittern und fressen weniger. Eine letzte Verhaltensweise von trächtigen Guppys ist, dass der Fisch aussieht, als ob er schwimmt, in echt aber an einer Stelle bleibt.

Jungfische füttern

Junge Guppys kann man mit kleingeriebenem, zerbröckeltem Flockenfutter füttern. Im Fachhandel sind spezielle Futtersorten für Jungfische erhältlich.

Guppys "professionell" züchten

Zuerst muss man sich dem Sinn der Nachkommen bewusst sein. Wenn man die Fische einfach nur vermehren möchte, damit man keine neuen Fische nachkaufen muss, dann geht man anders an die Sache heran, als wenn man mit der Zucht seine Guppys nach eigenen Farb- und Formvorstellungen züchten möchte.

Zur gezielten Guppy Zucht gehört eine Menge Wissen und Erfahrung, die den Rahmen dieses Ratgebers sprengen würde.

Guppyarten

Durch Mutationen und gezielte Selektion gelingt es Züchtern, bestimmte Merkmale, wie Flossenform und Farbe, nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen. Generation um Generation prägt sich der gewünschte Phänotyp (Erscheinungsbild) immer weiter aus. Bei Hochzuchtguppys sind über viele Generationen hinweg bestimmte Merkmale verstärkt worden, sodass außergewöhnliche Flossenformen entstehen konnten. 


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